Über den Sternen
Über den Sternen blickt das Meer
Ins Gurgeln tausend kleiner Gläser
Windet traumverloren sich der Schlaf.
Glänzend schäumen krasse Zeiten,
prall voll wucherndem Verstand.
Ein Staubkorn treibt noch flauer
Ins Räkeln greller klarer Nacht.
Das Staunen lauscht ins Leere,
nie darf das wirklich alles sein!
Bestialisch außen ruft es unten -
Doch über Sternen gähnt die See.
Valentin Heine
Leichenschmausverführer
Nun da wir das Denken endlich
in den vorzeitigen Ruhestand getrieben haben
kreischen die Gedanken an den letzten Zacken
einer zersplitterten Korkenzieherflasche
Lustvoll dröhnen empfindsame Hasenfüße
über das Klabautern des ältesten Zeugen
der seinen Brechreiz preisend
von Universalschlachthäusern schwärmt
Über das Parkett hispeln leer trainierte Stimmen
unzähliger viel versprechender Erlöser
ES IST EIN SEGEN!
verkündigen sie und rechnen schnell noch einmal nach
Und sehet - es sind die größten Erlöser aller Zeiten
denn wer in aller Welt, hätte je mehr erlöst?
Chronischen Sinnfindern über gespannten Bäuchen
entfährt ein staunendes Rülpsen bei der Wochenziehung
der neuesten letztgültigen Wahrheiten
Welch ein Narr, der sich nicht zwergt!
Denn am Horizont triumphiert nun doch
das bunte Heer der Leichenschmausverführer.
Valentin Heine
Lob der
Schrumpfhalluzination
Blassblaue Sprechblasen
blubbern bestimmt,
sie übertönen das Seufzen
zwielichtiger Sonnenstrahlen,
und auf allzu Durchsichtigem
schweben ausgediente Worthülsen
Doch ist es eine gute Welt,
denn die Zeit steht still,
keine verdächtigen Gespinste
durchdringen das fahle Licht der Gegenwart
Ätherwellen rauschen heran und vorbei,
es blieben nur --
das Nichts und die Leere,
gönnten wir uns nicht ab und zu
eine feine
Schrumpfhalluzination!!!
So lasset uns ein Staubkörnchen pflanzen
und warten - denn der Weg ist das Ziel
wir singen viele bunte Lieder
und wollen Glauben schenken
denen, die uns beharrlich lenken
jetzt und immerdar.
Valentin Heine
Hier nun das bereits angekündigte neueste Werk Valentin Heines, erschienen in der Werksammlung "40".
GEDANKENKLOSPÜLUNGSTASTENBEDIENERIN
(Athene - Göttin der Weisheit)
Immer
wenn ich allzu lange Zeit
vegetiere in wabernden
Bemühungskatakombenschächten
Wenn krampfende Floskelgedärme
Allesamt und permanent
Unerbittlich und konsequent
IN MEIN HIRN SCHEIßEN
Muss ich an Dich denken
Du, meine kleine -
Gedankenklospülungstastenbedienerin.
Hinweis:
Für dieses Gedicht sucht der Autor noch ein knackiges, gut gebautes, für alles andere aufgeschlossenes Girl (bis 25 Jahre), gerne auch Friseuse (rasiert), Dauerwelle kein Hinderungsgrund, die u.a. bereit ist, sich dieses Gedicht widmen zu lassen. Zuschriften bitte mit detailliertem, aussagefähigem Bildmaterial an den Dichter (niveau@stiftung-kultur.de).
Valentin Heine: das Allerletzte, neue Anläufe - alte Laster, Manuskript